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Die besten Bücher 2014

Zu Weihnachten gibt es von mir die 10 von mir am liebsten gelesenen Bücher 2014. Wer diesem Blog schon etwas länger folgt, weiß, dass ich nicht gerade zu denjenigen gehöre, die die Weihnachtszeit besonders ausgiebig zelebrieren. In meinem ersten Blogjahr habe ich versucht, mich diesbezüglich mehr an die Bräuche der Blogosphäre anzupassen. Ich habe den einen oder anderen Adventskalender unterstützt und sogar ein Weihnachtsdesign aufgesetzt. Nun, ich habe schnell gemerkt, dass das nicht gerade meine Stärke ist…

Was aber inzwischen zu einer kleinen Blogtradition geworden ist, ist am Ende des Jahres Gelesenes zu resümmieren und eine persönliche Bestenliste aufzustellen. In diesem Jahr fällt mir das besonders leicht, denn es war mein persönliches Jahr der literarischen Entdeckungen. Selten habe ich so gute Belletristik in solch einer Häufung gelesen. Aber – wo Licht ist, ist auch Schatten – dafür war 2014 ein miserables Krimijahr. Darum wird es in diesem Jahr nur eine Belletristik- und eine Hörbuchliste geben. Los geht es heute mit meinen Favoriten aus der Belletristik; übrigens ausschließlich hervorrgand als Weihnachtsgeschenk geeignet! Hier kommen:

Die besten Bücher 2014

Top 5

  1. Rikka Pulkkinnen: Wahr. Eine Familiengeschichte, die genauso ist, wie ihr Titel vermuten lässt; von tiefer Wahrheit.
  2. Gregoire Delacourt: Im ersten Augenblick. Eine wunderschöne und sehr traurige Liebesgeschichte. Der Autor führt uns vor Augen, was Originalität in einer auf Vorbilder ausgerichteten Welt bedeutet.
  3. Robin Sloan: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra. Die Zauberwelten traditioneller Buchkunst und moderner Digitalisierungswut werden hier einmal nicht gegeneinander ausgespielt. Stattdessen verwebt der Autor sie zu einer wirklich guten Geschichte.
  4. Michael Weins: Delfinarium. Eine Frau, die aus ihrem Leben ausbricht und ein junger Mann, der gar nicht erst in seines einsteigen möchte. Gemeinsam erleben sie eine ungewöhnliche Freundschaftsgeschichte.
  5. Tina Übel: Die Wahrheit über Frankie. Ein Mann entführt drei erwachsene Menschen. Er schafft es, sie mit einer erfundenen Geschichte über seine Geheimdienstzugehörigkeit über Jahre zu unterwerfen. Dieser Roman hängt einem noch sehr lange nach. Vielleicht auch, weil er auf einer wahren Begebenheit beruht.

Auch sehr lesenswert (6-10)

  • Sven Regener: Magical Mystery. Pop ist tot, es leben der Pop! Dieser Roman ist ebenso post-poppig wie sein Held post-drogensüchtig und nicht ganz post-paranoid ist. So oder so, der beste Freund von Frank Lehmann ist zurück in Hamburg. Und er geht mit trashigen Kumpels von früher zu einer trashigen Techno-Tour durch ganz Deutschland. Ein Muss für alle Regener-Fans und für alle anderen eigentlich auch.
  • José Saramago: Der Doppelgänger . Ein Mann trifft seinen wahrhaftigen Doppelgänger. Ihre Leben beginnen, sich zu vermischen, ihre Charaktere, die erst so gegensätzlich erschienen, beginnen zu verschmelzen. Das Ganze wird begleitet von einem herrlich postmodernen Erzähler, der sich von seiner Metaebene ständig in das Geschehen einmischt. Das ist nicht nur fantastische Literatur, das macht auch noch Spaß beim Lesen.
  • Benjamin Horrig: War doch klar. Ein Student bekommt seinen Abschluss aus verwaltungstechnischen Gründen nicht. Er ist immer mittendrin und trotzdem meistens nur dabei. Und er verwehrt sich der Liebe, um nicht in einer Generation der Selbst-Optimierer unterzugehen. Selten ist mir ein so ungewöhnlicher Indie-Roman untergekommen, dem ich von Herzen viele Leser (und in meinem traditionell-buchmarktorientierten Herzen einen Verlag) wünsche.
  • Meinrad Brauns: Gabun. Dieser Roman ist wohl einer der ungewöhnlichsten, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Und das nicht nur, weil ein Ameisenforscher die Hauptrolle spielt.
  • Taiye Selasi: Diese Dinge geschehen nicht einfach so. Diese afroamerikanische Familiengeschichte wurde viel gehypt. Obwohl sie für meinen Geschmack etwas zu überfrachtet ist und darum hier nur auf Platz 10 landet, ist Selasis Debüt doch eine lohnende Lektüre mit viel psychologischem Feingefühl.

Von wegen Bücher 2014!

Als aufmerksamem Leser ist dir natürlich aufgefallen, dass dies nicht alles Bücher sind, die 2014 erschienen sind. Vielmehr handelt es sich um Romane, die 2014 hier rezensiert wurden und die mir besonders gefallen haben. Im letzten Jahr habe ich weit mehr Fleiß an den Tag gelegt, wenn es darum ging, Indie-Veröffentlichungen zu lesen. In diesem Jahr hat es nur ein Indie-Autor geschafft, mich so richtig zu begeistern und darum hat er sich einen Platz in dieser Bestenliste verdient.

Danke!

Und nun werde ich doch etwas weihnachtlich-rührselig, denn wie ich meine Liste so durchgehe, entdecke ich, dass fast die Hälfte dieser wunderbaren Romane ihren Weg über die Empfehlungen von Freunden und Familie oder über mutige Anfragen neuer Verlage und Autoren zu mir fanden. Darum finde ich es hier einmal an der Zeit, danke zu sagen. Danke für die überraschend an meiner Tür hängenden Jutebeutel mit Lektüre, danke für sorgsam ausgewählte Weihnachtsgeschenke und danke für die netten Nachrichten in meinem Email-Postfach! Ich freue mich auf 2015.

Nun bin ich natürlich auf eure Jahreshighlights gespannt. Was habt ihr 2014 am liebsten gelesen?

Ein Kommentar

  • Mary Graupner

    Hallo,

    ich finde deine Einstellung zu Weihnachten genau richtig. Alles kann , aber nichts muss. Die Idee eines Rückblickes finde ich daher eigentlich ganz schön. Ich habe selber nur Robin Sloans Buch gelesen , und der Jose Saramago (ich bin begeistert endlich mal jemanden zu "treffen" der seine Bücher offensichtlich ebenso zu schätzen weiß) liegt noch auf meinem SuB.
    Ich habe bezüglich Weihnachten ein Gewinnspiel auf meinem Blog laufen, dort kann man 1 von 3 Büchern gewinnen. Vielleicht hast du ja Lust dich daran zu beteiligen!?

    http://marylouloves.blogspot.de/

    Liebe Grüße
    Mary

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