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zitierfähig bloggen geht ganz leicht mit diesen beiden Wordpress-Plugins #Bloggen #academia #bildung
Blogger-Nähkästchen

Zitierfähig Bloggen leicht gemacht

Es war eines meiner Blogziele für dieses Jahr: Rundum zitierfähig Bloggen. Ich muss sagen, ein bisschen Respekt vor dem zusätzlichen Aufwand hatte ich schon. Aber eh ich mich versah hatte ich schon den ersten zitierfähigen Blogartikel geschrieben. Ich glaube nicht, dass ich in meinem ganzen Leben zuvor schon einmal einen Neujahrsvorsatz so schnell umgesetzt hatte. Das verdanke ich vor allem zwei kleinen, feinen WordPress-Plugins, die dir als geisteswissenschaftlichem Blogger die Arbeit extrem erleichtern. Diese beiden Zaubertools möchte ich dir heute vorstellen.

Warum solltest du zitierfähig Bloggen?

Aber erst einmal wie gewohnt der Schritt zurück zu den grundlegenden Fragen des Themas „Zitierfähiges Bloggen“. Was meine ich überhaupt damit und wozu soll das gut sein. Viele glauben, Blogs seien per se nicht zitierfähig. Zu wenig Qualitätskontrolle, keine Möglichkeit Fußnoten und Literaturverzeichnisse anzulegen und man hat keine Ahnung, wie man den Verweis auf einen Blogartikel in die eigenen Schriften gestalten soll. Nun, du kannst es dir vielleicht schon denken, dass ich all diese Bedenken nicht unbedingt für ewig gültige Wahrheiten halte. Den ersten Vorbehalt kann man in meinen Augen nur durch den langfristigen Gegenbeweis gut geführter wissenschaftlicher Blogs entkräften. Und genau darum denke ich, dass es so wichtig ist, den eigenen Blog zitierfähig zu gestalten. Selbst wenn dieses Format heute noch nicht häufig zitiert wird. Es geht um das Zeichen, das man damit setzen kann. Ein Signal dafür, dass zitierfähiges Bloggen sehr wohl möglich ist.

Zwei Aspekte solltest du beim zitierfähigen Bloggen im Blick behalten.

  1. Du solltest – wie in deinen anderen Publikationsformaten auch – deine Argumente klar belegen und deine Quellen nennen.
  2. Du solltest es denen, die deinen Blog zitieren wollen, so einfach wie möglich machen und in einer kleinen Box einen Zitiervorschlag in einem gängigen Standard in deinen Artikel einfügen.

Für jeden dieser beiden Aspekte gibt es zum Glück ein WordPress-Plugin, das dir die Arbeit extrem erleichtert.

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Academic Bloggers Toolkit – so einfach zitierst du in deinen Artikeln

Wie der Name schon vermuten lässt, wurde das Plugin Academic Bloggers Toolkit extra für Wissenschaftsblogger entwickelt. Es hat zwei zentrale Funktionalitäten. Mit diesem Plugin kannst du nämlich Fußnoten einfügen und du kannst in zahlreichen gängigen Standards in deinem Text zitieren. Dabei wird beinahe nebenbei für dich auch noch ein Literaturverzeichnis erstellt, das am Ende deines Posts erscheint.

Um dieses kleine Wunderplugin nutzen zu können, musst du es natürlich im Plugin-Bereich deines Blogs installieren und aktivieren. Wenn du das gemacht hast und dann einen neuen Beitrag anlegst, erscheint rechts in der Seitenleiste ein kleines Icon das aussieht wie ein Alerikanischer Doktorhut. Wenn du dort draufklickst, kannst du in der Seitenleiste deine Literaturverweise anlegen. Dazu einfach auf das blaue + klicken und in der sich öffnenden Box auf „manual“ umstellen. Dann kommst du auf eine Maske, in der du Webseiten, Artikel, Monografien und Vieles mehr eingeben kannst. Das Einzige, das hier leider nicht funktioniert ist die Suche nach ISBNs oder URLs über die man automatische Referenzen erhalten könnte.

Hast du deine Literaturangabe fertig und über den entsprechenden Button bestätigt, findest du sie in der Seitenleiste unter „uncited items“. Jetzt musst du nur noch zu der Textstelle gehen, an die dein Verweis soll, dort mit der Maus hineinklicken, dann in der Seitenleiste auf die unzitierte Quelle und schließlich auf das Icon da drüber mit dem Pfeil nach links. Voreingestellt ist eine Zitierweise mit Fußnoten. Das kannst du über das Drei-Punkte-Menü ändern. Darüber gelangst du nämlich auf eine Suchmaske, in die du z.B. „Harvard“ eingeben und dann aus den Ergebnissen wählen kannst. Übrigens: Wenn du unter deinem Post auf deine Literaturangaben klickst erscheint die Option, deinem Verzeichnis eine Überschrift zu geben. Insgesamt ist dieser Workflow wirklich schön schlank und es kostet nur wenig extra Zeit deine Aussagen zu belegen.

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Cite – lass dich zitieren

Es ist noch nicht wirklich gang und gebe in den Literaturwissenschaften, Blogartikel zu zitieren. Zwar gibt es dafür schon Standards, aber diese sind wohl eher noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen. Warum es also nicht denjenigen, die deinen Blog trotzdem zitieren wollen möglichst leicht machen. Das kannst du z.B. mit einer Zitierbox am Ende des Artikels machen. Darin steht dein Blogartikel in einem standardisierten Zitat-Format. Und damit du diese Box nicht für jeden Artikel, den du für zitierfähig hältst, selbst erstellen musst, kannst du dafür ein Plugin nutzen: cite.
Cite ist ein kleines, feines Plugin, dass dir auch wieder zwei Dinge bietet:

  1. einen Shortcode, den du unter jeden Blogartikel setzen kannst, der zitierfähig ist. Der Code ist denkbar einfach ind lautet [ cite ] (ohne Leerzeichen). An der Stelle, an der du den Code einsetzt, erscheint dann eine automatisch generierte Zitatbox.
  2. Ein Einstellungs-Menü, in dem du die Variablen für deine Zitatbox festlegst. Hier legst du den Standard fest, den du angezeigt haben möchtest. Für Autor, Datum, Titel des Artikels, Titel der Webseite und ein paar andere Elemente bekommst du Platzhalter an die Hand, die dem Plugin mitteilen, was angezeigt werden soll. Ist der Standard einmal von die konfiguriert, läuft der Rest fast automatisch. Du musst halt nur noch die Einbettung des Shortcodes [ cite ] durchführen.

Zitierfähig Bloggen – ganz oder gar nicht?

Zitierfähigkeit, Offenlegung deiner Quellen – das steigert natürlich deine Credibility und das ist nicht nur gut für deinen Blog, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass er zitiert wird. Aber heißt das, dass du jetzt einfach immer und unter jeden Blogartikel deine Zitierbox setzen solltest? Davon würde ich, ehrlich gesagt abraten. Ok, wenn du auf deinem Blog tatsächlich nur forschungsrelevante Artikel veröffentlichst, dann spricht natürlich nichts dagegen.

Sobald du aber auch mal eine Kategorie bespielen möchtest, die nicht unmittelbar zu Forschungsfragen in Bezug zu setzen ist, braucht sie auch nicht zitierfähig zu sein. Das setzt einerseits dich beim Schreiben etwas weniger unter Druck und auf der anderen Seite, wirkt es nicht so als würdest du einfach unter jeden deiner Artikel eine Zitatbox drunterklatschen. Auch das hilft letztendlich deiner Glaubwürdigkeit. Auf diesem Blog ist z.B. die Kategorie “Blog-Tipps für Geisteswissenschaftler”, zu der auch dieser Artikel gehört, generell eine, die ich nicht zitierfähig gestalte (wie du siehst).

Lohnt sich der Aufwand zitierfähig zu bloggen?

Mit dem “academic blogger’s toolkit” und “cite” wird es dir so leicht wie nur irgend möglich gemacht, zitierfähig zu bloggen. Aber, Hand aufs Herz, es bleibt natürlich ein Restaufwand. Du musst deine Artikel schließlich so recherchieren und schreiben, dass du auch wirklich jede Quelle belegen kannst. Und dann heißt das noch nicht, dass wirklich jemand deinen Blogartikel zitieren wird. Denn, ich habe es ja schon gesagt, das ist in den Geisteswissenschaften noch nicht unbedingt alltäglich. Trotzdem würde ich die Frage mit einem klaren “JA” beantworten. Denn in meinen Augen sind zitierfähige Blogartikel der erste Schritt hin zu einer Forschungspraxis, die das Zitieren von Blogartikeln zu ihrem Alltag macht. Denn wie sollten wir dahin kommen, dass Forscher*innen auch mal Blogs zitieren, wenn diese gar nicht in zitierfähiger Form aufbereitet werden? Darum ist zitierfähiges Bloggen für mich in der Tat ein Statement, dass ich für sehr, sehr wichtig halte!

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